VibeCoding ist cool — und in meinen Augen Fluch und Segen zugleich.
Es ist schon beeindruckend, wie schnell heute Tools entstehen können. Das habe ich in den letzten Monaten mehrfach selber praktiziert: Idee → Prompt → funktioniert. Nun ja, ganz so einfach funktioniert es dann meist doch nicht — trotzdem: Dank KI kann ich Dinge tun, die für mich vorher unerreichbar gewesen wären.
Und das ist auch der Fluch: Wenn jeder selber kleine Tools bauen kann — was wirklich cool und oft nützlich ist — wer denkt dann an die Struktur und das große Ganze?
Mich erinnert VibeCoding ein bisschen an die viel geliebten Excel-Tools in Unternehmen. Die einfache Entwicklungsplattform, mit der jeder schnell ein kleines hilfreiches Tool bauen kann. KI bringt das auf ein ganz neues Level. Das Grundproblem bleibt: Wer kümmert sich um den Klebstoff zwischen den Tools und Informationen? Die Informationsarchitektur, die den Laden zusammenhält?
Ich glaube, dass Informationsarchitektur — so sie denn jemals nicht wichtig war — gerade jetzt wichtiger wird denn je:
- Weil sie der digitale Klebstoff ist, der das Unternehmen zusammenhält.
- Und weil sie ganz nebenbei viele KI-gestützte Anwendungen erst möglich macht — wo Daten und Informationen Grütze sind, kann auch ein AI-Agent nicht viel retten.
VibeCoding demokratisiert das Tool-Bauen — und genau darin liegt sowohl der Segen als auch der Fluch. Je einfacher jeder eigene Tools erschaffen kann, desto wichtiger wird eine Informationsarchitektur, die diese Tools und ihre Daten zusammenhält.